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ETF Sparplan Kosten Vergleich 2026: Welche Bank ist wirklich günstig?

📅 Mai 2026 ⏱ 15 Min. Lesezeit ✍️ Growvly Redaktion

Ein ETF Sparplan gehört zu den besten Möglichkeiten, langfristig Vermögen aufzubauen. Doch die Kosten variieren je nach Anbieter erheblich – und scheinbar kleine Unterschiede kosten dich über 30 Jahre Tausende Euro. Wir vergleichen alle großen Anbieter 2026 transparent – mit echten Zahlen.

Inhalt

  1. Welche Kosten fallen bei ETF Sparplänen an?
  2. Anbieter-Vergleich 2026: Die große Tabelle
  3. Neobroker im Detail: Trade Republic vs. Scalable Capital
  4. Direktbanken: ING, DKB, comdirect
  5. Rechenbeispiel: 200 €/Monat über 30 Jahre
  6. Versteckte Kosten – darauf achten
  7. Welcher Anbieter passt zu mir?
  8. Häufige Fragen

Welche Kosten fallen bei ETF Sparplänen an?

Bevor du Anbieter vergleichst, musst du verstehen, wo Kosten überhaupt entstehen. Es gibt drei Kostenebenen – und viele Anleger achten nur auf eine davon:

1. Ordergebühren (Ausführungsgebühren)

Jedes Mal, wenn dein Sparplan ausgeführt wird – also monatlich, vierteljährlich oder wöchentlich – fällt eine Ordergebühr an. Manche Broker berechnen 0 € (Scalable Prime, Trade Republic), andere bis zu 1,5% der Sparrate (klassische Banken).

✅ Beispiel: Was 1% Ordergebühr über 30 Jahre kostet

Bei 200 €/Monat Sparrate kostet 1% Ordergebühr monatlich 2 €. Über 30 Jahre sind das 720 € direkte Kosten – plus entgangene Rendite auf dieses Geld, zusammen leicht über 1.500 €. Klingt wenig, aber es summiert sich.

2. TER – Total Expense Ratio (ETF-Kosten)

Die TER (Total Expense Ratio) ist die jährliche Kostenkennzahl des ETFs selbst. Sie wird täglich anteilig vom Fondsvermögen abgezogen – du siehst sie nicht direkt, sondern sie schmälert die Kursrendite.

TER-Auswirkung berechnen 10.000 € Depotwert × 0,07% TER = 7 € Kosten/Jahr
10.000 € Depotwert × 0,20% TER = 20 € Kosten/Jahr
10.000 € Depotwert × 0,50% TER = 50 € Kosten/Jahr

→ Bei 100.000 € und 0,20% vs. 0,07% TER: 130 € Unterschied pro Jahr

Für einen MSCI World ETF zahlst du bei Xtrackers (IE00BJ0KDQ92) nur 0,07% TER, beim iShares Core MSCI World UCITS ETF (IWDA) 0,20% TER. Langfristig macht das einen erheblichen Unterschied.

3. Spread

Der Spread ist die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis eines ETFs an der Börse. Bei großen, liquiden ETFs (MSCI World, S&P 500) ist er minimal (0,01–0,05%), bei kleinen Nischen-ETFs kann er 0,5–1% betragen. Für Sparpläne weniger relevant, da zu festgelegten Kursen ausgeführt wird.

4. Depotgebühren

Bei den meisten Neobroker und Direktbanken ist die Depotführung kostenlos. Filialbanken und manche Direktbanken berechnen noch bis zu 24 €/Jahr – mittlerweile aber die Ausnahme.

Anbieter-Vergleich 2026: Die große Tabelle

Anbieter Gebühr/Ausführung Mindestrate ETF-Auswahl Depot Bewertung
Trade Republic 1 € fix 1 € 8.000+ Kostenlos Top-Wahl
Scalable Capital PRIME+ 0 € (2,99 €/Mo Abo) 1 € 2.000+ Kostenlos Top-Wahl
Scalable Capital FREE 0,99 € 1 € 2.000+ Kostenlos Gut
ING 1 € (min. 0,23%) 1 € 800+ Kostenlos Gut
DKB 1,50 € (Aktionsetfs: 0 €) 25 € 700+ Kostenlos Gut
comdirect 1,5% (mind. 1,50 €) 25 € 2.100+ Kostenlos Mittelfeld
Consorsbank 1,5% (mind. 1,50 €) 25 € 1.800+ Kostenlos Mittelfeld
Volksbank / Sparkasse bis 2,5% 50 € gering bis 24 €/Jahr Teuer

Stand: Mai 2026. Konditionen können sich ändern – vor Abschluss direkt beim Anbieter prüfen.

Neobroker im Detail: Trade Republic vs. Scalable Capital

Beide dominieren den deutschen Markt für ETF-Sparpläne und sind für die meisten Anleger die erste Wahl. Doch sie haben unterschiedliche Stärken:

Trade Republic: Einfachheit siegt

Trade Republic hat sich mit seiner radikalen Einfachheit durchgesetzt. Die App ist sehr übersichtlich, der Sparplan läuft auf Knopfdruck. 1 € Flatrate pro Ausführung – unabhängig von der Sparrate. Bei 25 € Sparrate sind das 4%, bei 500 € Sparrate nur 0,2%.

Scalable Capital: Mehr Kontrolle, flexibler

Scalable Capital bietet zwei Modelle: Das FREE-Modell (0,99 € pro Sparplanausführung) und das PRIME+-Modell (2,99 €/Monat, alle Sparpläne kostenlos). Wer mehrere Sparpläne gleichzeitig bespart, profitiert ab 4 Ausführungen pro Monat vom PRIME+-Abo.

💡 Tipp: Wann lohnt sich Scalable PRIME+?

Rechnung: 4 Sparpläne × 0,99 € = 3,96 €. Das PRIME+-Abo kostet 2,99 €. Ab 4 monatlichen Ausführungen lohnt sich das Abo. Wer z.B. MSCI World + EM + Small Cap + Bonds bespart, spart 12 €/Jahr – und hat freien Handel für 0 €.

Direktbanken: ING, DKB, comdirect

ING: Die solide Volksbank des Internets

Die ING ist für viele Deutsche die erste Direktbank – und das aus gutem Grund. Kostenlose Depotführung, einfache Bedienung, etabliertes Haus. Der Sparplan kostet 1 € pro Ausführung (Mindest: 0,23%). Wer bereits ein ING-Girokonto hat, kann den Sparplan nahtlos integrieren.

Nachteil: Die ETF-Auswahl ist geringer als bei Neobroker (~800 ETFs). Für Standard-Sparpläne wie MSCI World oder MSCI All Country ist das aber kein Problem.

DKB: Für sparplan-erfahrene Anleger

Die DKB bietet ebenfalls kostenlose Depots und regelmäßige Aktions-ETFs (0 € Sparplangebühr). Die Plattform wirkt etwas älter, bietet aber solide Funktionen. Mindestrate: 25 €. Besonders attraktiv, wenn du auch ein DKB-Girokonto nutzt.

comdirect: Wenn Vollsortiment wichtiger ist als Kosten

comdirect (Tochter der Commerzbank) ist teurer: 1,5% pro Ausführung, mindestens 1,50 €. Dafür gibt es ~2.100 ETFs im Angebot, ausgefeiltes Research und gute Tools für aktive Anleger. Für reine Sparplan-Anleger meist zu teuer.

Rechenbeispiel: 200 €/Monat über 30 Jahre

Theorie ist gut – Zahlen überzeugen. Hier siehst du, wie viel Unterschied die Kosten wirklich machen. Annahmen: 200 €/Monat, 7% durchschnittliche Jahresrendite (MSCI World historisch), VWCE ETF mit 0,22% TER.

📊 Szenario A: Trade Republic (1 €/Monat Gebühr)

Monatliche Sparrate200 €
Sparplangebühr1 € (0,5%)
TER (VWCE)0,22% p.a.
Eingezahltes Kapital (30 Jahre)72.000 €
Endvermögen bei 7% Rendite229.700 €
Gesamt Orderkosten360 €

📊 Szenario B: Filialbank (1,5% Gebühr, 0,5% TER-ETF)

Monatliche Sparrate200 €
Sparplangebühr3 € (1,5%)
TER (aktiver Fonds)1,50% p.a.
Eingezahltes Kapital (30 Jahre)72.000 €
Endvermögen bei 7% Rendite (nach Kosten)162.000 €
Gesamt Mehrkosten vs. Trade Republic67.700 €
⚠️ 67.700 € Unterschied – nur durch Kosten

Das ist kein Denkfehler: Gleiche Sparrate, gleiche Rendite – aber 30 Jahre lang 1,5% TER statt 0,22% kosten dich fast 68.000 € Endvermögen. Das ist der Zinseszins-Effekt auf Kosten. Deshalb ist die Wahl des günstigsten Anbieters eine der wichtigsten Finanzentscheidungen überhaupt.

Versteckte Kosten – das übersehen die meisten

Fremdwährungsspesen

ETFs, die in USD notiert sind (z.B. viele US-Aktien), werden bei manchen Brokern mit einem Währungsaufschlag von 0,1–0,5% gehandelt. Bei UCITS-ETFs in EUR (was du nutzen solltest) ist das kein Thema.

Steuerliche Unterschiede: Steuereinfache vs. steuerkomplizierte ETFs

Nicht alle ETFs sind steuerlich gleich behandelt. Steuereinfache ETFs (UCITS, in Irland oder Luxemburg aufgelegt) berechnen Steuern automatisch über deinen deutschen Broker. Komplizierte Konstrukte (z.B. US-amerikanische ETFs, bestimmte Zertifikate) erfordern manuelle Steuererklärung. Halte dich an UCITS-ETFs mit deutschem Broker.

Produktwechsel-Risiko bei Neobroker

Neobroker sind junges Unternehmen – was heute kostenlos ist, kann sich ändern. Trade Republic hat z.B. die Kryptogebühren angepasst. Achte auf die Konditionen in deinem Sparplanvertrag und prüfe einmal jährlich die aktuellen Preise.

Spread bei exotischen ETFs

Willst du in Nischen-ETFs (z.B. Vietnam, Frontier Markets, Spezial-Themen) investieren, können Spreads von 0,5–2% entstehen. Für Standard-MSCI-ETFs ist das nicht relevant.

Welcher Anbieter passt zu mir?

Trade Republic – wenn du Einfachheit willst

Scalable PRIME+ – wenn du mehrere ETFs besparen willst

ING / DKB – wenn du eine Hausbank willst

💡 Growvly-Empfehlung 2026

Einsteiger: Trade Republic für den Start, 1–2 ETFs, einfach. Fortgeschrittene: Scalable PRIME+ wenn du mehr als 3 Sparpläne planst. Sicherheitsorientierte: ING oder DKB wenn dir ein etabliertes Institut wichtiger ist als maximale Kostenoptimierung. Alle ETF-Positionen kannst du danach in Growvly tracken und analysieren.

Häufig gestellte Fragen

Welcher ETF Sparplan hat die niedrigsten Kosten 2026?
Trade Republic (1 € pro Ausführung) und Scalable Capital PRIME+ (0 € pro Ausführung bei 2,99 €/Monat Abo) sind 2026 die günstigsten Optionen. Für die meisten Anleger mit 1–3 Sparplänen ist Trade Republic optimal.
Was kostet ein ETF Sparplan bei der ING pro Jahr?
Bei 200 €/Monat Sparrate: 1 € pro Ausführung × 12 = 12 €/Jahr. Hinzu kommt die TER des ETFs. Gesamtkosten: je nach ETF ca. 12–20 €/Jahr bei 200 €/Monat. Deutlich günstiger als Filialbanken.
Kann ich meinen ETF Sparplan jederzeit ändern oder kündigen?
Ja. ETF-Sparpläne sind nicht gebunden – du kannst Betrag, Rhythmus und ETF jederzeit ändern oder den Sparplan pausieren und kündigen. Deine bereits gekauften Anteile bleiben im Depot.
Was ist der beste ETF für einen Sparplan?
Für Einsteiger: MSCI World ETF (z.B. Xtrackers MSCI World 0,07% TER) oder FTSE All-World (Vanguard VWCE, 0,22% TER). Für maximale Diversifikation empfiehlt sich ein einziger globaler ETF – das reicht für die meisten Anleger.
Ab wie viel Euro lohnt sich ein ETF Sparplan?
Schon ab 25–50 €/Monat macht ein ETF-Sparplan Sinn, wenn du einen günstigen Broker wählst. Bei 25 €/Monat und 1 € Gebühr sind das 4% – vertretbar. Wichtiger als die Mindesthöhe ist Kontinuität: Auch kleine Beträge wachsen über Jahrzehnte durch den Zinseszinseffekt erheblich.
Ist ein ETF Sparplan sicher?
ETF-Anteile sind Sondervermögen – sie sind getrennt vom Vermögen des Brokers und bei einer Insolvenz des Brokers geschützt. Das Kursrisiko bleibt: ETFs können kurzzeitig stark fallen. Langfristig (10+ Jahre) haben breite Aktien-ETFs historisch immer positiv abgeschnitten.

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