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Altersvorsorge · Rente

Rentenlücke berechnen 2026: Wie groß ist deine Versorgungslücke wirklich?

📅 Mai 2026 ⏱ 13 Min. Lesezeit ✍️ Growvly Redaktion

Fast 60% der Deutschen wissen nicht, wie hoch ihre persönliche Rentenlücke ist. Die meisten unterschätzen sie erheblich. Wir zeigen dir, wie du sie berechnen kannst – und was jetzt noch zu tun ist, je nachdem wie alt du bist.

Inhalt

  1. Rentenlücken-Rechner: Deine persönliche Lücke
  2. Was ist die Rentenlücke genau?
  3. Gesetzliche Rente: Was ist wirklich zu erwarten?
  4. So berechnest du deine Rentenlücke
  5. Rentenlücke schließen: Was jetzt noch hilft
  6. Strategien nach Altersgruppe
  7. Häufige Fragen

🧮 Rentenlücken-Rechner – kostenlos

Bedarf im Alter
Rentenlücke / Monat
Kapital nötig (4%)

Was ist die Rentenlücke genau?

Die Rentenlücke (auch: Versorgungslücke) ist die Differenz zwischen dem, was du im Alter monatlich brauchst, und dem, was du an gesetzlicher und privater Rente tatsächlich bekommst. Sie zeigt, wie viel zusätzliches Privatvermögen du brauchst.

Rentenlücke berechnen Rentenlücke = Bedarf im Alter − (Gesetzliche Rente + andere Einkünfte)

Bedarf im Alter = Heutiges Nettoeinkommen × 80% (Faustregel)
(wegen wegfallender Kosten: Kinder aus dem Haus, Kredit abgezahlt)

Beispiel: 3.000 € Netto × 80% = 2.400 € Bedarf − 1.200 € Rente = 1.200 € Lücke/Mo
🚨 Die Situation in Deutschland 2026

Das Rentenniveau (Verhältnis Rente zu Durchschnittslohn) liegt 2026 bei rund 48%. Ein Durchschnittsverdiener mit 45 Beitragsjahren bekommt rund 1.800 € Bruttorente – nach Abzügen (Krankenversicherung, Steuer) oft unter 1.400 € netto. Für die meisten Menschen mit 2.500–4.000 € Nettoeinkommen entsteht eine erhebliche Lücke.

Gesetzliche Rente: Was ist wirklich zu erwarten?

Deine individuelle Rentenprognose bekommst du aus der jährlichen Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung (ab 27 Jahren). Diese enthält drei Werte:

Wichtig: Die Rentenhöhe in der Renteninformation ist in heutigen Preisen angegeben. Die tatsächliche Rentenhöhe in 30 Jahren (inflationsbereinigt) ist diese Zahl. Durch 2% Inflation p.a. über 30 Jahre haben 1.200 € heute aber die Kaufkraft von nur ~660 € in heute's Preisen – Inflation frisst real.

Bruttogehalt heuteTypische Bruttorente (45 J. Beitrag)Nettorente ca.Typischer BedarfLücke
2.000 €1.100–1.300 €~980 €1.400 €ca. 420 €/Mo
3.000 €1.600–1.900 €~1.350 €2.000 €ca. 650 €/Mo
4.000 €2.100–2.600 €~1.800 €2.800 €ca. 1.000 €/Mo
6.000 €2.400 € (BBG)~1.900 €4.000 €ca. 2.100 €/Mo

Richtwerte ohne Gewähr. Individuelle Prognose aus Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung.

Rentenlücke schließen: Was jetzt noch hilft

1. ETF-Sparplan: Der effizienteste Weg

Für die meisten Deutschen ist ein konsequenter ETF-Sparplan die effizienteste Methode um die Rentenlücke zu schließen. Niedrige Kosten, globale Diversifikation, Flexibilität. Zum Sparplan einrichten gehts hier.

SparrateNach 20 Jahren (7%)Monatl. Entnahme (4%)
200 €/Mo~104.000 €345 €/Mo
400 €/Mo~208.000 €693 €/Mo
600 €/Mo~312.000 €1.040 €/Mo
1.000 €/Mo~520.000 €1.733 €/Mo

2. Betriebliche Altersvorsorge (bAV)

Wenn dein Arbeitgeber einen Zuschuss zahlt (gesetzlich mindestens 15% seit 2019), ist die bAV meist attraktiv. Einzahlungen sind bis 604 €/Monat steuerfrei (2026). Vorsicht: Im Alter sind bAV-Leistungen voll steuerpflichtig und sozialversicherungspflichtig – das reduziert den Nettoertrag.

3. Rürup-Rente (für Selbstständige)

Selbstständige ohne Rentenversicherungspflicht können mit Rürup-Rente bis zu 29.344 € (2026) jährlich steuerlich absetzen. Vorteil in der Einzahlungsphase (Steuerersparnis), Nachteil: Im Alter vollständig steuerpflichtig. Sinnvoll besonders für gut verdienende Selbstständige.

4. Immobilien als Altersvorsorge

Ein schuldenfreies Eigenheim im Alter reduziert Ausgaben erheblich (keine Miete). Vermietete Immobilien generieren laufende Einnahmen. Risiko: Illiquidität, Instandhaltungskosten, Klumpenrisiko. Als Teil der Vorsorge sinnvoll, nicht als alleinige Strategie.

Strategien nach Altersgruppe

Mit 20–30: Zinseszins als Superkraft

Zeit ist dein größter Vorteil. Selbst kleine monatliche Beträge wachsen über 35–45 Jahre zu erheblichem Vermögen. ETF-Sparplan sofort starten, Notgroschen aufbauen, Schulden tilgen.

Mit 30–40: Maximale Sparquote

Höheres Einkommen, weniger Lebenshaltungskosten (Ausbildung abgeschlossen). Sparquote maximieren, ggf. erste Immobilie, bAV optimieren, ETF-Sparplan ausbauen.

Mit 40–50: Lücke identifizieren, konkret handeln

Renteninformation lesen, persönliche Rentenlücke exakt berechnen, fehlende Mittel konkret planen. 15–25 Jahre bis Rente reichen noch für substantiellen Vermögensaufbau.

Mit 50–60: Absicherung, weniger Risiko

Portfolio schrittweise defensiver (80% Aktien → 60% bei 60+). Bestehende Schulden tilgen, ETF-Entnahmeplan vorbereiten. Noch 10–15 Jahre Zinseszins möglich.

💡 Growvly: Rentenlücke im Blick

Mit Growvly berechnest du deine persönliche Rentenlücke automatisch und siehst wie ETF-Sparplan, Immobilien und Tagesgeld zusammen auf dein Ziel einzahlen. FIRE-Rechner inklusive.

Häufige Fragen

Was ist eine Rentenlücke?
Die Rentenlücke ist die monatliche Differenz zwischen deinem gewünschten Einkommen im Alter und deiner tatsächlichen gesetzlichen Rente. Für die meisten Deutschen liegt sie bei 500–1.500 €/Monat – je nach Lebensstil und Erwerbsbiographie.
Wie viel Geld brauche ich für die Rente?
Faustregel: 80% deines heutigen Nettoeinkommens im Alter. Minus gesetzliche Rente = Lücke. Diese multipliziert mit 25 (4%-Regel) ergibt das benötigte Privatkapital. Bei 1.000 €/Monat Lücke: 300.000 € Privatvermögen nötig.
Lohnt sich Riester-Rente noch?
Riester lohnt sich besonders für: Familien mit Kindern (hohe Zulagen), Geringverdiener (Mindesteigenbeitrag nur 60 €/Jahr), Beamte. Für gut verdienende Singles ohne Kinder ist oft ein ETF-Sparplan effizienter. Riester hat durch gesetzliche Garantien höhere Kosten als ETFs.
Kann ich mit 50 noch Altersvorsorge aufbauen?
Ja – mit 50 hast du noch 17 Jahre bis zum Rentenalter. 1.000 €/Monat bei 7% Rendite ergibt in 17 Jahren rund 365.000 €. Das entspricht einer monatlichen Entnahme von über 1.200 €. Es ist nie zu spät, aber: je früher, desto mehr Zinseszinseffekt.
Wie erkenne ich ob meine gesetzliche Rente ausreicht?
Lies deine jährliche Renteninformation (kommt per Post ab 27 Jahren). Vergleiche die prognostizierte Rente mit deinem heutigen Nettoeinkommen × 80%. Die Differenz ist deine Lücke. Nutze unseren Rechner oben für eine schnelle Einschätzung.

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